
Zusammen.
Wachsen.
Wertschöpfung transformieren
Bestehende Wertschöpfung transformieren
Dieses Handlungsfeld umfasst Transformationspfade, die auf die Erneuerung der bereits vorhandenen wirtschaftlichen Basis von Weser-Ems zielen. Er enthält Pfade zur Industriedekarbonisierung, zur maritimen Wirtschaft, zur Kreislaufwirtschaft, zur Landwirtschaft und Bioökonomie, zur Wärmewende, zur KMU-Unterstützung, zum Wassermanagement, zu Moor- und Küstenräumen, zur nachhaltigen Mobilität, zur Industriedigitalisierung und zum Repowering erneuerbarer Energien.
Diese Pfade verbindet, dass sie an bestehenden Strukturen ansetzen - an vorhandenen Unternehmen, Branchen, Infrastrukturen und Flächen - und diese grundlegend weiterentwickeln will. Es geht nicht um den Aufbau völlig neuer Wirtschaftszweige, sondern um die Transformation dessen, was die Region heute ausmacht. Dieser Ansatz ist für Weser-Ems besonders relevant, weil die regionale Wirtschaft stark durch gewachsene Strukturen geprägt ist, die Stabilität bieten, aber gleichzeitig erheblichen Anpassungsdruck unterliegen.
Handlungsfeld II wurde als eigenständiger Handlungsfeld gebildet, weil die Sicherung und Erneuerung bestehender Wertschöpfung eine andere Handlungslogik erfordert als der Aufbau neuer Transformationsfelder: Sie verlangt Begleitung, Verbundlösungen und gezielte Unterstützung statt nur Neuansiedlungen und Sprunginnovationen.
Folgende 10 Transformationspfade sollen beschritten werden:
Weser-Ems wird die Dekarbonisierung seiner industriellen Basis aktiv begleiten und in regionalen Verbundstrukturen organisieren. Die Region strebt an, energieintensive Betriebe bei der Elektrifizierung von Prozessen, beim Umstieg auf Wasserstoff und bei der Modernisierung von Produktionsanlagen zu unterstützen. Ziel ist es, industrielle Wertschöpfung am Standort zu erhalten und gleichzeitig den Übergang zu klimaneutralen Produktionsweisen zu ermöglichen - ohne Unternehmen dabei zu verlieren.
Weser-Ems wird die maritime Wirtschaft gezielt in Richtung Nachhaltigkeit und internationaler Wettbewerbsfähigkeit entwickeln. Die Region strebt an, Häfen, Schiffbau und maritime Zulieferindustrie bei der Einführung emissionsarmer Antriebe und Kraftstoffe, datengetriebener Geschäftsmodelle, digitaler bzw. (teil)autonomer Assistenzsysteme und neuer Serviceangebote zu unterstützen. Ziel ist eine maritime Wirtschaft, die ihre traditionellen Stärken erhält und zugleich die Anforderungen eines sich wandelnden internationalen Marktes erfüllt.
Weser-Ems wird Kreislaufwirtschaft als systemischen Bestandteil der regionalen Wirtschaftsstrategie entwickeln. Die Region strebt an, Neben- und Reststoffströme aus Industrie, Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft zu erfassen, zu vermitteln und wirtschaftlich zu verwerten. Ziel ist es, zirkuläre Geschäftsmodelle zu stärken, die Abhängigkeit von primären Rohstoffen zu verringern und regionale Wertschöpfungskreisläufe zu schließen - zum Nutzen von Unternehmen, Umwelt und Ressourcensicherheit.
Weser-Ems wird die Transformation der Ernährungswirtschaft und die Entwicklung einer nachhaltigen, wissensbasierten Bioökonomie vorantreiben. Die Region strebt an, Betriebe bei der Umstellung auf klimaresiliente Anbausysteme, ressourceneffiziente Tierhaltung und biobasierte Wertschöpfung zu unterstützen. Ziel ist eine Land- und Ernährungswirtschaft, die wirtschaftlich stabil, ökologisch verträglich und gesellschaftlich anerkannt ist - und die die Grundlage für neue bioökonomische Geschäftsmodelle bildet.
In Weser-Ems werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gezielt bei der Bewältigung ihrer Transformationsaufgaben unterstützt. Die Region strebt an, flächendeckend ein System aus Transformationsberatung und vereinfachtem Förderzugang zu sichern oder aufzubauen. Ziel ist es, KMU nicht mit abstrakten Strategien zu überfordern, sondern ihnen konkrete Unterstützung bei Dekarbonisierung, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und Fachkräftesicherung zu bieten - passgenau auf ihre jeweilige Ausgangssituation.
Weser-Ems wird ein integriertes regionales Wassermanagement entwickeln, das Wasserverfügbarkeit, Wasserqualität, Hochwasserschutz, Küstenschutz und industrielle sowie landwirtschaftliche Wassernutzung stärker koordiniert. Die Region strebt an, ein Monitoring aufzubauen, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und Lösungsansätze sektorübergreifend zu entwickeln. Ziel ist ein nachhaltiges, resilientes Wassersystem, das wirtschaftliche Nutzung, Naturschutz und Klimaanpassung in der Region in Einklang bringt.
Weser-Ems wird Moore, Küstenräume und Gewässer gezielt als natürliche Klimainfrastruktur entwickeln und schützen. Die Region strebt an, Moorwiedervernässung, Gewässerrenaturierung und Küstenanpassung zu koordinieren und dabei Klima- und Ressourcenschutz mit neuen regionalen Wertschöpfungsoptionen und den Bedarfen der wirtschaftlichen Transformation zu verbinden. Ziel ist es, die ökologische Funktion dieser Räume zu stärken, CO₂-Speicherkapazitäten zu erhalten und die regionale Resilienz gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen.
Weser-Ems wird die Verkehrswende als integrierten Bestandteil der regionalen Transformationsstrategie vorantreiben. Die Region strebt an, klimafreundliche Mobilitätsketten über alle Verkehrsträger hinweg zu entwickeln, den ÖPNV zu stärken und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie H₂-Tankstellen auszubauen. Ziel ist eine Mobilität, die für alle Bevölkerungsgruppen erreichbar ist, Emissionen deutlich reduziert und die besondere räumliche Struktur einer großen Flächenregion berücksichtigt.
Die digitale Transformation der Unternehmen in Weser-Ems wird weiter vorangetrieben. Die Region strebt an, KI-gestützte Produktionsprozesse, vernetzte Datenplattformen und digitale Life-Cycle-Management-Ansätze in der Breite zu unterstützen. Ziel ist eine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Weser-Ems, die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als Mittel zur Effizienzsteigerung und Innovationsfähigkeit versteht.
Weser-Ems wird das Repowering alter Windparks und den gezielten Ausbau von Solar- und Agri-PV-Anlagen planerisch vorantreiben. Die Region strebt an, bestehende Erzeugungsstandorte zu modernisieren, neue Energieparks an vorhandene Netzanschlusspunkte zu koppeln und kommunale Beteiligungsmodelle zu stärken. Ziel ist eine vollständige Dekarbonisierung der regionalen Stromerzeugung, verbunden mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz und regionaler wirtschaftlicher Teilhabe an der Energiewende.